Presse :

(Blickpunkt Strausberg vom 5. Februar 2005)
ZWEI FERIENTAGE IN DIE EIGENE ZUKUNFT INVESTIERT
Neuenhagen (Iv./MOZ)
Zweiradmechaniker will der 16-jährige Jano werden. Das ist sein Traumberuf. Dass er auch großes Interesse und die dazu nötigen Fähigkeiten für einen Beruf als Barmixer oder Koch hätte, das wäre ihm als Alternative von allein nicht in den Sinn gekommen. So gesehen hat sich der zweitägige Workshop, den das Gründerhaus Strausberg in Zusammenarbeit mit der Kommunalen Entwicklungsgesellschaft Neuenhagen und dem Jugendklub Blaupause anbot, für ihn bereits gelohnt. Denn genau darum ging es. Bodo Lerch vom Gründerhaus arbeitet seit sechs Jahren auf diesem Gebiet mit Jugendlichen. "Berufsfindung, Motivation, Eignung und Bewerbungstraining sind die Dinge, bei denen junge Leute noch viel Unterstützung brauchen", weiß er aus Erfahrung. In Neuenhagen haben sich sechs Mädchen und Jungen zwischen 16 und 19 Jahren eingefunden, um davon zu profitieren. Für Robert und Oliver, beide 19, ist es schon die zweite Bewerbungsrunde, die sie drehen. Vor Abschluss der 10. Klasse haben sie sich bereits etliche Male bei Ausbildungsfirmen beworben, erfolglos. Nun stehen sie vor dem Abitur. Studieren wollen sie aber nicht, sie suchen nach wie vor nach einem zu ihnen passenden Beruf, der auch Perspektiven hat. Robert ist zielgerichtet zum Workshop, von dem er beim Rüdersdorfer Ausbildungstag in Hennickendorf gehört hatte, gekommen. Auch Kevin hatte sich schon des Längeren angemeldet. Dennoch sei es mit sechs Teilnehmern eine eher kleine Runde, sagt Lerch. Das liege sicherlich auch an den Sommerferien. Aber alle sechs, auch die Mädchen Juliane und Saskia, beide 16, bereuen nicht, zwei Ferientage geopfert zu haben. Sie sind sich jetzt viel sicherer, dass sie auf dem richtigen Weg sind. Dass ihr Wunschberuf nicht nur ein Traumberuf sein muss, sondern dass sie durchaus in der Lage sein würden, die Erwartungen, die im Leben an sie gestellt werden, auch zu erfüllen. Lerch hat festgestellt, dass viele Jugendliche heute schon ganz genau wissen, was sie in 15 Jahren für ein Auto fahren werden. Aber wo sie im Berufsleben stehen wollen, welche Stufe der Karriereleiter sie erreicht haben wollen, darüber haben sie sich noch gar keine Gedanken gemacht. Auch das testen sie in solchen Workshops aus. Sie erarbeiten sich die Stufenleiter, die es nach oben gehen kann. Ziele sind wichtig, um den Anfang zu bewältigen, wird ihnen dabei klar. Für Bewerbungsgespräche wird das Auftreten trainiert und es gibt praktische Tipps. "Es hat sich gezeigt", sagt Lerch, "dass viele Jugendliche mit unklaren Vorstellungen zum Vorstellungsgespräch gehen, dass sie gar nicht wissen, was von ihnen erwartet wird. Und die Unternehmen sind dementsprechend enttäuscht." Der nächste Workshop findet im September statt. Mit Hilfe des Jugendklubs Blaupause sollen Fördermittel erschlossen werden, so dass die Teilnahme dann kostenfrei sein könnte.
Dienstag, 27. Juli 2004 (19:10)


